WordPress 5.0 und der Gutenberg Editor – Fluch oder Segen?

Am 6. Dezember hat WordPress seine lang erwartete Version 5.0 mit dem Gutenberg Editor veröffentlicht. Gemäss WordPress-Erfinder Matt Mullenweg bringt der neue Editor mehr Flexibilität und Gestaltungsmöglichkeiten für Beiträge und Seiten. Dies kann Fluch oder Segen zugleich sein, denn wer seine Website basierend auf einem Theme wie Avada aufgebaut hat, stösst hier auf Probleme.

Vorteile vom Gutenberg Editor (für den Kunden)

Für den Endbenutzer von Websites bringt der Gutenberg Editor einige Vorteile. So können ganz einfach Blöcke, Absätze und Bilder hinzugefügt werden. Die Schriftfarbe sowie die Hintergrundfarbe der Textblöcke kann simpel gewählt werden. WordPress bringt hier definitiv einen anwenderfreundlichen Editor für die Zukunft.

Nachteile vom Gutenberg Editor (für Entwickler und Webdesigner)

Designer, Entwickler und SEO-Spezialisten stehen dem Gutenberg-Editor eher skeptisch gegenüber. Aus der Sicht von Designern kann der Editor ein Graus sein, wenn die Kunden selber anfangen mit diversen Schriftgrössen und Farben zu experimentieren und somit das Gesamtbild der Website aus dem Konzept bringen. Für SEOs sind wiederum Schriftoptionen wie «klein», «gross» oder «grösser» ein Dorn im Auge. Welches jetzt hier H1, H2 und H3 Tags sind, ist ziemlich undurchsichtig und war beim Classic Editor sicherlich besser gelöst. Auch müssen je nachdem die Endkunden neu geschult werden, um mit dem neuen Editor klarzukommen.

Wie geht’s zurück zum Classic Editor?

Wer sich noch nicht mit dem neuen Gutenberg Editor anfreunden kann, der hat zwei Optionen: Noch nicht auf WordPress 5.0. aktualisieren (nicht empfohlen) oder aber den klassischen Editor installieren. Dieser wird von WordPress als Plugin angeboten und wird offiziell bis 2021 unterstützt. Hier geht’s zum Download vom Classic Editor.

Der Gutenberg Editor mit meinem Template – funktioniert das?

Viele Themes wie beispielsweise Avada haben einen eigenen Editor. Im Falle von Avada ist dies der Fusion Builder. In unserem Test haben wir eine unserer Websites auf WordPress 5.0 aktualisiert. Die böse Überraschung folgt dann sogleich wenn wir eine Seite bearbeiten wollen: Die Fusion Builder Optionen sind komplett weg und wir stossen hier nur auf die Shortcodes, mit welchen wir wenig anfangen können:

Wordpress 5.0 Avada Fusion Builder

Grosse Entwickler wie Theme Fusion haben aber natürlich bereits reagiert. In der neusten Avada Version 5.7.2 öffnet sich bereits wie gewohnt der Fusion Builder und alles bleibt beim Alten. Wie schnell andere Themes Ihre Applikationen anpassen, bleibt abzuwarten. Wer Probleme hat, dem bleibt nur eines übrig: Den klassischen Editor installieren.